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Aufgabe 3. Semester:
Finden Sie zwei Profi-Informationen zu Asthma bronchiale!
Was wird dort empfohlen, um die Compliance zur Einnahme inhalativer Corticoide zu verbessern? Mail an
webmaster@medizinalrat.de

Professionelle medizinische Informationen im Internet

Auch der Mediziner steht meist erst einmal ratlos vor der Informationsfülle, die sich ihm bietet!.

Dieser Artikel baut auf den vorangegangenen Seiten Allgemeine Internet-Suche und Medizinische Laien-Information im Internet auf und soll hilfreiche Tipps und Informationen für die Recherche bieten.

Im Wesentlichen gelten für die Suche im WWW nach professionellen medizinischen Informationen die selben Qualitätskriterien wie bei der Suche nach Laieninformation.

Das Angebot im Profi-Bereich ist fast ebenso unüberschaubar wie im Laienbereich.So existieren allein über 200 Gesundheitsportale im deutschsprachigen Bereich. Diese stehen sowohl kommerziell als eigene Firmen, Seiten von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen, Pharmafirmen oder Klinikketten, als auch als nicht-kommerzielle Pages von Ärztekammern, Selbsthilfegruppen / Patientenorganisationen oder öffentlich-rechtlichen Institutionen im Internet.
Hier folgen 15 kommerzielle Seiten, die alle für sich in Anspruch nehmen, valide Informationen ins Netz zu stellen.

ABER: Kommerzielle Gesundheitsportale bieten meist nur allgemeine Gesundheitsinformationen im Magazinstil und überbetonen die Komplementärmedizin. Sie bieten oft keine evidenzbasierte Medizin, up2date-Informationen und qualitätsgesicherte Entscheidungshilfen für Patienten.

Einige Besonderheiten: www.multimedica.de enthält bereits viele Lehrbücher, ist aber kostenpflichtig (Ermäßigung für Studenten), www.gesundheitsscout24.de bietet eine Verknüpfung zur Scholz-Medikamentendatenbank, www.dgn.de   ermöglicht einen Zugang zur Cochrane-Library, www.medizin-forum.de zu Medline und www.medknowledge.de bietet gute Informationen zur ICD-Klassifikation und zu den DRGs.

 

 

Bei der Bewertung professioneller medizinischer Web-Seiten sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Vertrauenswürdigkeit
  • Transparenz
  • Nützlichkeit
  • Verständlichkeit
  • Aktualität
  • Validität (Evidenz) der Informationen

 


Zur Beurteilung der Qualität existieren einige Organisationen / Instrumente, die teilweise bei Laieninfos bereits vorgestellt wurden. Hier nochmals eine Zusammenfassung:

  • DISCERN
    www.discern.de
    Instrument zur Bewertung der methodischen Qualität
  • HON
    www.hon.ch
    Health-on-the-net-Code = Standard zur freiwilligen Selbstkontrolle zwecks Beurteilung der Quelle und des Zweckes des Informationsangebotes
  • MEDCERTAIN
    www.medcertain.net
    Projekt der EU zur dezentralen Zertifizierung der Qualität medizinischer
    Informationen durch Fachgesellschaften, Professionals und Patientenorganisationen
    Instrumente zur Qualitätsbewertung
  • OMNI
    www.omni.ac.uk
    Informationsdienst Organizing Medical Network (Unabhängige Expertengruppe) zur Auswahl und Evaluation von Gesundheitsinformationen für Ärzte und Patienten
  • MEDICAL MATRIX
    www.medmatrix.org
    Unabhängiges Expertengremium (USA) mit Scoresystem zur Bewertung der Qualität, Quantität, Nützlichkeit, Unabhängigkeit, Zugangsfähigkeit von Gesundheitsinformationen.

Der engagierte Mediziner / Student kommt im allgemeinen nicht umhin eine eigene Recherche zu starten und die Ergebnisse dann kritisch zu bewerten. Gute Startseiten sind neben der allgemeinen Suchmaschine www.google.de (nach wie vor unsere Lieblingssuchmaschine), www.dr-Antonius.de, www.medivista.de, www.medizinindex.de oder www.healthfinder.gov.
Sie gestatten die gezielte Suche nach medizinischen Informationen.
Will man mit einer Linkliste starten können auch
http://www.evidence.de/EbM-Links/ebm-links.html oder http://www.ebm-netzwerk.de/linksammlung.htm als Einstieg dienen.
Ebenfalls eine sehr gute nicht kommerzielle Seite mit evidenzbasierten Informationsquellen stellt www.tkmed.de dar. Von dort aus gelangt man auch zu englischsprachigen Online-Lehrbüchern, wie
www.dynamicmedical.com und www.emedicine.com.
Weitere medizinische Nachschlagewerke finden sich unter
www.merck.com/pubs/mmanual und www.consilium-cedip.de.

Neben der oben erwähnten Scholz-Medikamentendatenbank (
http://www.eprax.de/scholzdb/start_neu.html) sind auch die www.rote-liste.de und die www.gelbe-liste.de im Internet erreichbar. Über die Seiten der pharmazeutischen Firmen kann oft auch auf die Fachinformationen der jeweiligen Medikamente zugegriffen werden.

All diesen Seiten ist gemeinsam, dass sie nur medizinischen Fachkreisen vorbehalten sind, d.h. der surfende Mediziner benötigt ein Passwort. Oft reicht eine formelle Anmeldung, manchmal müssen auch Studentenausweis oder Approbationsurkunde geschickt oder gefaxt werden. Schnell kommen so eine Vielzahl von Passwörtern zusammen. Abhilfe kann in diesem Fall
www.doccheck.de bringen. Hat man sich dort angemeldet, erhält man mit einem Passwort Zugriff auf über 500 verschiedene Web-Seiten.

Für Studenten sind sicherlich multimediale Lernhilfen von besonderem Interesse. Auch hier existieren eine Unzahl von verschiedenen meist universitären Projekten. Eine kleine Auswahl:

Spezielle Seiten für (Medizin-) Studierende finden sich auch bei:

Sucht der wissbegierige Mediziner Zeitschriften / Artikel stellt die Bibliotheksseite der Universität eine gute Hilfe dar: http://www.uni-wh.de/de/einrichtungen/bib/index.html
Selbstverständlich kann auch direkt bei Medline gesucht werden:
http://igm.nlm.nih.gov oder www.pubmed.de/data/nlm.link.html oder (neu) bei www.medline.de

Als Sekundärliteratur werden Zeitschriften bezeichnet, die Originalarbeiten gekürzt und teilweise mit einem kritischen Kommentar versehen, wiedergeben. Gute Seiten hierzu stellen
www.infomed.ch und www.acponline.org/catalog/electronic/best_evidence.htm dar. 

Noch einen Schritt weiter gehen Seiten wie
www.clinicalevidence.com oder www.cochrane.de, die eine kritische Zusammenfassung (Reviews) der aktuellen Literatur anbieten. Diese Reviews sollten auch als Basis zur Entwicklung von evidenzbasierten Leitlinien genutzt werden: www.evidence.de, www.leitlinien.de
und
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/index.html

Last but not least finden sich sehr viele gute Links bei www.medizinindex.de/kategorien.phtml?predecessor=65&kat=65, auf der ukrainischen englischsprachigen Seite www.meduniv.lviv.ua/inform/studlinks.html#3 und natürlich auch bei www.medizinalrat.de und http://www.evidence.de/EbM-Links/ebm-links.html.

 

Damit es Ihnen nicht so ergeht wie diesem netten Herrn können Sie uns bei Fragen auch gerne anmailen:

Das Programm Babylon (zur Übersetzung) finden Sie unter www.babylon.com.

 

Achtung (Ergänzung zum EbM-Seminar vom 12.11.01): Wieder mal ein Beweis dafür, dass man mit dem Medium Internet schnellstmöglich aktuelle Informationen vermitteln kann. Hier folgt ein Link der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM), der den Weg einer sinnvollen Recherche nachbildet: http://degam.de/spreu/spreu.htm

© Horst Christian Vollmar 2001

 

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Koneczny, Nik
Gefunden werden im Netz
Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 19 vom 09.05.2003, Seite [11]
SUPPLEMENT: Praxis Computer


Eine gute Position der eigenen Internet-Präsenz bei den Suchmaschinen ist kein Zufall. Man kann einiges dazu tun. mehr ....

Koneczny, Nik
Medizin-Software für Handhelds:
Leichte Ratgeber für die Kitteltasche
Deutsches Ärzteblatt 99, Ausgabe 45 vom 08.11.02, Ausgabe B
und Seite [20] SUPPLEMENT: Praxis Computer


Handheld-Computer machen sich bereits in vielen Bereichen nützlich, in denen es darum geht, effizient und mobil auf Informationen zuzugreifen. Preiswerte Programme für Palm-Organizer können auch Ärzten die Arbeit erleichtern.mehr ...

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